Feelgood Trainerin

Vor einer Weile habe ich an Anna Koschinskis Blognacht teilgenommen.  Anna macht diese wunderbare Angebot, bei dem sich verschiedene Menschen, die, wie ich, gerne regelmäßig ihren Blog mit Artikeln befüllen möchten, treffen.
Es ist ein schönes Co-Writing-Event, bei dem es zu Beginn immer einen schönen Impuls gibt, der zum Schreiben anregen soll.

Der Impuls, in dieser Blognacht war: „Dieses Wort hat eine besondere Bedeutung für mich.“

Mir als Blog-Anfänger fällt das oft nicht so leicht. Auch diesmal muss ganz schön in meinen Hirnwindungen kramen.
Nicht weil es kein Wort gibt, das für mich eine Bedeutung hat, sondern es ist eher so, dass es mir schwerfällt zu entscheiden, über welches Wort ich schreiben soll, so, dass es für Dich auch lesenswert ist.

Entschieden habe ich mich letztlich für „Stress

Ja, das ist für mich ein Wort mit besonderer Bedeutung

Lange Zeit habe ich mich selbst ständig gestresst gefühlt, solange, bis es mich fast körperlich krank gemacht hat.
In meinem Artikel Die Schlüssel zum Wohlbefinden kannst Du die ganze Geschichte lesen, die dahinter steckt.

Ein Wort, das häufig mit negativen Assoziationen verbunden ist.
Stress tut nicht gut. Stress macht uns krank. Die Arbeit ist stressig. Terminstress.
Wir empfinden Stress als große Anstrengung. Er sorgt für schlechte Gefühle bei dem, was wir tun. Wir fühlen uns unter Druck, oder überfordert.
Gleichzeitig erlebe ich es oft, dass Stress wir auch wie eine Art Statussymbol nutzen.
Ich habe soviel zu tun, ich bin total gestresst.“

Er gibt uns das Gefühl, wichtig zu sein.

Wodurch entsteht Stress überhaupt?

Stress war in frühester Zeit eine extrem wichtige körperliche Reaktion auf gefährliche Situationen. Sie sorgte dafür, dass der Mensch, durch das Ausschütten von Stresshormonen, alle verfügbare Energie bündelte, um in diesen Situationen, zum Beispiel bei einem Angriff, handlungsfähig zu bleiben.
Der Körper benötigte alle Energie, um im Kampf- oder Flucht-Modus handeln zu können. Durch den Kampf oder die Flucht wurden die ausgeschütteten Hormone wie Adrenalin und Cortisol wieder abgebaut.
Auch heute haben diese Hormone im Körper noch die gleiche Aufgabe. Allerdings sind unsere Stress-Situationen völlig anders.

Heute ist Stress ist eine körperliche oder psychische Reaktion und die wahrgenommene Belastung auf einen äußeren Reiz. Dabei sorgen 10 %  durch den äußeren Reiz und zu 90 %  unsere Reaktion auf den Reiz für den entstehenden Stress.

Das heißt übersetzt: Der eigene Umgang mit einer Situation bestimmt den Stresslevel, der aus einer Situation entsteht.

Schon Martin Luther sagte:

Stress hat man nicht, man macht ihn sich.


Ich habe
also, zum Großteil, selbst in der Hand, ob ich gelassen und sachlich oder völlig überfordert, meinen Kopf abgeschaltet, mit einer herausfordernden Situation umgehe.

Ist Stress immer schlecht?

Stress im Alltag

Meine Antwort darauf ist ein klares „Nein!

Erst einmal zeigt Dir Stress die Bedeutung, die etwas für Dich hat, an. Es ist also so etwas wie ein Gradmesser. Je wichtiger Dir etwas ist, desto mehr kann es Dich in Stress versetzen.
Besonders dann, wenn Deine Erwartungen hoch sind.

Und genau darin liegt die Crux! Je wichtiger Dir etwas ist, desto höher sind meist, die daran geknüpften Erwartungen. Und umso schwieriger ist es in die Akzeptanz zu gehen, wenn es nicht den eigenen Ansprüchen entspricht.

 

Stress kann auch ein Motor sein

Herausforderungen und die damit verbundenen Anstrengung sorgen für Wachstum und Entwicklung. In dem Fall lässt er uns fokussiert bleiben und die nötige Energie aufbringen, um eine Aufgabe durchzuführen. Ohne „Stress“ würden wir uns nur wenig weiter entwickeln, sondern auf Dauer träge und antriebslos werden.

Stress schafft Wachstum

Wir alle kennen Situationen, in denen wir uns motiviert in eine neue herausfordernde Aufgabe stürzen, das Gefühl gefordert zu werden tut uns gut, und motiviert uns viel Energie aufzubringen, diese neue Aufgabe gut zu schaffen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine neues berufliches Projekt handelt, einen sportlichen Wettbewerb oder etwas Privates.

Denk doch einmal an Deine erste Arbeitsstelle, oder der Moment in dem Du ein Kind bekommen hast. In solchen Momenten sind wir angespannt bis in die Haarspitzen, sehr fokussiert und gleichzeitig wachsam, damit uns nichts entgeht.
Auch dabei werden Hormone ausgeschüttet, die genau das möglich machen. Dennoch empfinden wir diese Situationen selten als stressig und negativ.

Er ist nicht immer nur schlecht und gefährlich, sondern bis zu einem gewissen Punkt nützlich und hilfreich.

Wann wird Stress zum „Feind“?

Erst wenn diese Zeiten zu einer Dauerbelastung werden. Wenn eine Herausforderung die nächste ablöst, wird Stress, für uns zu einem negativen Gefühl, wird Stress zum „Feind“, der uns nicht guttut.
Dies geschieht immer dann, wenn die ausgeschütteten Stresshormone nicht mehr abgebaut werden.
Dann entsteht Stress, der uns auf Dauer krank machen kann.
Und das passiert, wenn ich die Frühwarnzeichen, die mir mein Körper sendet, nicht ernst nehme.

Kennst Du Deine Frühwarnzeichen?

Eines meiner Frühwarnzeichen, dass mir anzeigt, dass ich mehr auf mich achten sollte, ist, dass ich die Lust verliere mir selbst etwas zu Essen zu kochen.

Dazu darfst Du wissen, ich koche leidenschaftlich gerne und kann beim schnibbeln, rühren und braten total entspannen. Davon halten mich im Normalfall auch stressige Situationen nicht ab.
Gerate ich aber in diesen Dauerstress, der mich dann auch noch emotional belastet, ist es sehr schnell vorbei mit der guten Kocherei, und stattdessen gibt es lauter Dinge, die mir nur kurzzeitig Energie geben, mir dauerhaft aber nicht guttun.

Seit ich weiß, dass das eines meiner Frühwarnzeichen ist, fällt es mir viel leichter darauf zu achten, und mir Auszeiten zu nehmen, um meinen Stresslevel herunterzufahren. Wenn ich diese Zeichen jedoch nicht wahrnehme, oder bewusst zur Seite schiebe, weil meine Aufgaben soviel wichtiger sind, bekomme ich garantiert nach einer Zeit die Quittung.
Ich falle zum Beispiel aus, weil ich krank werde, oder ich stelle nach einer Weile fest, dass ich in meiner Arbeit deutlich mehr Fehler gemacht habe, da die Konzentration nicht mehr vorhanden war.

Weitere Frühwarnzeichen können sein: 

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • KonzentrationsschwierigkeitenWarnzeichen
  • Schwierigkeiten, einfache Entscheidungen zu treffen
  • Langes Grübeln ohne Lösungsfindung
  • sich keine Zeit mehr für Hobbys nehmen
  • das Gefühl, nicht mehr abschalten zu können
  • mangelnde Schlafhygiene
  • verändertes Essverhalten
  • stärkerer Zigaretten- oder Alkoholkonsum

Wenn Du so solche oder ähnliche Warnzeichen kennst, schreib mir doch gerne einmal in die Kommentare.

Stress als Freund im täglich Umgang mit mir selbst

Ich habe gelernt, meinen Stress auch als richtig und wichtig anzunehmen und wie einen guten Freund, sehen.

Er hilft mir, wichtige von unwichtigen Aufgaben zu trennen.
Er macht mir meine Bedürfnisse und Werte deutlich, und mit den Frühwarnzeichen zeigt er mir, wann es Zeit ist, wieder mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu achten.
Diese Zeichen sorgen dafür, dass ich meine Selbstfürsorge im Blick halte. Und ich sie zeigen mir, wann ich zu nachlässig damit um gehe.

Alles Dinge, die meine Freunde auch machen.  Sie erinnern mich mitunter daran, dass ich fokussiert bleiben sollte. Sie erinnern mich, dass ich auf mich achten sollte, oder fragen mich, was los ist, wenn sie den Eindruck haben, dass es mir nicht gut geht. Damit helfen sie mir einmal hinzuschauen, und gut für mich zu sorgen.

Genau das können auch die Frühwahrzeichen meines Stresses – Mich aufmerksam machen

Nehme ich sie wahr, habe ich in der Hand, wie ich mit meinem Stress umgehe. Lasse ich den Stress das Steuer übernehmen und fühle mich machtlos und ausgeliefert, oder nehme ich meine Eigenverantwortung an, und entscheide mich den Stress als hilfreichen Freund zu sehen, der mich auch warnen und schützen will.

Wie gehst Du mit Stress um?

 

 

 

 

 

 

 

 

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