Wie du im Alltag Energie verlierst – und mit Selbstfürsorge wieder auftankst
Es war ein ganz normaler Dienstagabend.
Nichts Dramatisches, kein emotionaler Ausnahmezustand, keine Dauer-Meetings. Und trotzdem saß ich auf der Couch – wie leergesogen. Ich hatte nicht mal mehr Energie, mir ein Abendessen zu machen.
„Ich hab heute eigentlich nichts Großes gemacht. Warum bin ich trotzdem so platt?“
Kennst du das?
Dann bist du vielleicht – ganz unbemerkt – kleinen Energieräubern begegnet. Diese unsichtbaren Kräfte, die dir über den Tag hinweg Energie ziehen, Stück für Stück. Keine Explosion – eher ein ständiges Tropfen. Und genau deshalb so tückisch.
Was sind Energieräuber – und warum sie oft unbemerkt bleiben
Energieräuber sind Gedankenmuster, Gewohnheiten, Anforderungen oder Menschen, die dir dauerhaft Kraft kosten – oft, ohne dass du es bewusst merkst.
Sie wirken harmlos: ein bisschen Scrollen hier, ein weiteres „Ja“, obwohl du Nein meinst, ein Gedanke, der sich im Kreis dreht…
Doch im Alltag häufen sie sich – und plötzlich bist du dauerhaft erschöpft, obwohl du „eigentlich nichts Besonderes gemacht hast“.
7 typische Energieräuber im Alltag
1. Perfektionismus & Grübelschleifen
Der innere Anspruch, alles richtigzumachen. Immer. Und der Gedanke: „Hätte ich das nicht besser lösen müssen…?“
Spoiler: Es reicht auch gut.
Beispiel: Du überarbeitest eine E‑Mail dreimal, obwohl sie längst gut genug war.
Spoiler: Es reicht auch gut.
2. Digitale Dauererreichbarkeit & sinnloses Scrollen
Mails checken beim Zähneputzen, Instagram beim Kochen, WhatsApp beim Einschlafen – dein System hat keine echte Pause mehr.
Beispiel: Du willst „nur kurz“ was checken – und plötzlich ist eine halbe Stunde weg.
3. Die „Ich kann nicht Nein sagen“-Falle
Du sagst Ja – zu Aufgaben, Gesprächen, Einladungen – obwohl dein Bauch längst Nein spürt.
Beispiel: Du übernimmst „mal eben“ noch die Organisation, obwohl du selbst kaum Luft hast.
4. Fehlende Struktur – alles gleichzeitig wollen/müssen
Wenn deine To-do-Liste länger ist als dein Tag und du ständig das Gefühl hast, nichts geschafft zu haben.
Beispiel: Du springst zwischen Mails, Wäsche und Kundengespräch hin und her – ohne Pause dazwischen.
5. Menschen, die Energie ziehen (aber nie zurückgeben)
Du verbringst Zeit mit jemandem und fühlst dich danach müder als vorher? Das ist ein deutliches Signal.
Du verbringst Zeit mit jemandem und fühlst dich danach müder als vorher? Das ist ein deutliches Signal.
Leserstimme:
„Ich bin ein sehr positiver Mensch – aber wenn man jemanden am Tisch sitzen hat, der nur über alles herzieht, das zieht richtig runter. Da merkt man förmlich, wie einem die Energie entgleitet. Dann muss ich mich bewusst rausziehen, sonst zieht es mich mit.“
6. Mental Load – alles im Kopf behalten müssen
Termine, Geburtstage, To-dos, Kundendinge, Arzttermine – all das bleibt bei dir. Ein voller Kopf ist ein müder Kopf.
Beispiel: Du liegst abends im Bett und dein Kopf arbeitet weiter, weil du noch an alles denkst, was morgen ansteht.
Ein voller Kopf ist ein müder Kopf.
7. To-do-Listen ohne Ich-Zeit
Wenn du überall vorkommst – nur nicht bei dir selbst. Selbstfürsorge? Fehlanzeige.
Beispiel: Du planst alles für andere – aber keine fünf Minuten für dich.

Reflexionsimpuls für dich:
Welche Gewohnheiten oder Menschen kosten dich Energie?
Welche Dinge, Menschen oder Gewohnheiten ziehen dir gerade am meisten Energie?
Gibt es etwas, das du reduzieren oder anders gestalten möchtest – auch nur ein kleines bisschen?
Du musst nicht gleich alles ändern – aber du darfst anfangen, hinzuschauen.
Leiser Stress, große Wirkung: Warum Energieräuber so gefährlich sind
Weil sie sich eingewöhnt haben.
Weil sie Alltag geworden sind.
Weil wir gelernt haben, zu funktionieren – statt zu fühlen.
Weil wir denken: „So ist das eben als Frau. Als Mama. Als Selbstständige.“
Aber: Nur weil etwas „normal“ ist, heißt es nicht, dass es gut ist.
Gerade die leisen, unsichtbaren Stressquellen sind oft die gefährlichsten – weil sie keine Warnlampe anmachen. Nur langsam, aber stetig an deiner Kraft ziehen.
Laut der Max-Planck-Gesellschaft kann chronischer Stress sogar Konzentration, Motivation und körperliches Wohlbefinden beeinträchtigen – wenn wir ihn längst als „normal“ abtun.
Auch Untersuchungen zur Stress-Resilienz zeigen: Wer bewusst vereinfacht – also Reize, Erwartungen und Multitasking reduziert – kann seine Energie besser halten und Erschöpfung vorbeugen.
Erste Schritte gegen Energieräuber – kleine Selbstfürsorge mit großer Wirkung
Hier sind ein paar kleine Umsetzungsideen, die du sofort ausprobieren kannst:
- Sag heute bewusst einmal „Nein“, wo du sonst Ja gesagt hättest.
- Mach morgens 5 Minuten digitale Pause, bevor dein Handy dich in den Tag zieht.
- Frage dich bei jeder Begegnung: Tankt mich das auf oder zieht es mich runter?
- Schreib einen belastenden Gedanken auf einen Zettel – und zerreiß ihn.
Spür, wie du ihn loslässt. - Starte eine kleine Morgenroutine nur für dich. (Das neue Freebie ist in Arbeit.)
Du musst nicht alles auf einmal tun.
Wähle das, was heute zu dir passt.
Und denk daran: Du darfst an erster Stelle stehen.
Wenn du verstehen möchtest, warum Selbstfürsorge so viel mehr ist als ein kurzer Moment Pause – und wie sie dein ganzes Energielevel verändert –, lies auch meinen Artikel: 5 gute Gründe für gute Selbstfürsorge
Zum Weiterlesen
- Max-Planck-Gesellschaft: Stress lass nach
- ESV: Stress-Resilienz – Das Leben vereinfachen, Freiräume schaffen
Wenn du tiefer einsteigen möchtest
Wenn du dir wünschst, dass dein Alltag sich wieder leichter anfühlt – dass Pausen kein Luxus sind und du abends noch Energie für dich übrig hast – dann begleite ich dich gern ein Stück auf diesem Weg.
In der Selbstfürsorge-Werkstatt schauen wir genau hin:
Welche Energieräuber rauben dir Kraft? Welche kleinen Schritte bringen sie dir zurück?
Mit täglichen Mini-Übungen, ehrlichen Aha-Momenten und einer Gruppe, die dich trägt.
Manche Energieräuber lassen sich nicht sofort abschalten.
Aber du kannst anfangen, sie zu erkennen. Und das ist der erste Schritt – zurück zu mehr Kraft, Klarheit und Leichtigkeit in deinem Alltag.
In der Feelgood-Selbstfürsorge-Werkstatt tauchen wir genau da ein:
Mit täglichen Impulsen, kleinen Veränderungen, die wirklich wirken, und einer liebevollen Community, die dich trägt.
Selbstfürsorge-Werkstatt – „Funktionierst du noch – oder lebst du schon?“
Du bist es wert, dich selbst wieder zu spüren.
Nicht irgendwann. Sondern jetzt.Mach den Test: Wie steht’s um deine Selbstfürsorge?
Finde in fünf Minuten heraus, in welchen Lebensbereichen du bereits gut für dich sorgst – und wo du neue Energie tanken kannst:
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Über die Autorin
Anja Radermacher als Feelgood-Trainerin begleite ich seit vielen Jahren Frauen, die zwischen Beruf und Familie ihren Alltag meistern – und dabei oft selbst zu kurz kommen.
In der Verbindung von Struktur mit alltagstauglicher Selbstfürsorge helfe ich Frauen aus dem Dauerfunktionieren in einen Alltag mit mehr Spielraum, Klarheit und Leichtigkeit zu kommen.
