Feelgood Trainerin

Stress lass nach

Meine Selbstfürsorge brachte mich dazu endlich wieder Eigenverantwortung für mein Leben zu übernehmen

Nachdem ich im letzten Jahr festgestellt habe, dass meine Belastungsgrenze deutlich gesunken war, hatte ich die Möglichkeit über eine berufliche Reha mir 5 Wochen Auszeit nehmen zu können.
Eine Auszeit, die für mich dringend nötig, ja beinahe überfällig war.

Es war dringend Zeit für meine eigene Selbstfürsorge!

Der Plan war, meinen Akku endlich mal wieder richtig aufzuladen!

Ich freute mich darauf, diese Zeit an der Nordsee zu verbringen. Die Nordseeküste ist für mich gefühlsmäßig, meine Heimat im Herzen. Woran das lieg, kann ich noch nicht einmal sagen. Aber dort fällt es mir immer leicht, den Kopf abzuschalten, meine Gedanken  zu sortieren, den inneren Akku wieder aufzuladen.
Nach den anstrengenden letzten Jahren, mit den Veränderungen und der Corona-Pandemie, hatte ich auch ein bisschen das Gefühl „Das hast Du Dir auch wirklich verdient„.

Raus aus der Eigenverantwortung, rein in die Opferrolle

Eigentlich war ich immer eine positive, optimistische Frau, die sehr genau wusste, was sie wollte. Und ich bin immer für das gegangen, was mir wichtig war, manchmal auch mit dem Kopf durch die Wand.
„Typisch Widder!“ habe ich schon früh immer wieder zu hören bekommen.
Wohlwollender hörte ich immer: „Du warst schon immer stark!“

Wann sich das verändert hat, kann ich gar nicht genau sagen. Vermutlich war es ein Prozess, der schleichend in meinem Leben Raum eingenommen hat.
Den Beginn der Pandemie habe ich jedenfalls sehr lange auch als Chance wahrgenommen, die Entschleunigung anzunehmen, Präsenzaktivitäten, die ich gar nicht mehr mit vollem Herzen machte, nun ganz loslassen zu können. Die Zeit für Weiterbildung zu nutzen.

Das Umstellen von Präsenztrainer auch reine Online-Tätigkeit gestaltete sich deutlich schwieriger als gedacht.  Das alles kostete natürlich auch eine Menge Energie. Dazu war ich in dieser Zeit, um meine Sicherheitsbedürfnis wissend, zurück in eine Teilzeit-Tätigkeit gegangen.

Eine komfortable Situation

Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte ich dann die komfortable Situation, in der Anstellung in die Kurzarbeit zu gehen. Das klingt jetzt für viele erschreckend, für mich fühlte es unfassbar gut an. Ich bekam 67 % meines Gehaltes und konnte mich mit 100 % um meine Selbstständigkeit kümmern. So frei hatte ich mich noch nie gefühlt.

Aber natürlich musste ich irgendwann zurück in die Anstellung, und ich glaube, damit begann der Einstieg in die Opferrolle. Schließlich „musste“ ich jetzt an 3 Tagen voll arbeiten, und hatte nicht mehr die Menge an Zeit, Konzepte auszuarbeiten, Webseiten-Texte zu schreiben, oder einfach meine Zeit frei einzuteilen. Sondern an diesen Tagen hatte klar der „Brotjob“ Priorität. Abends war ich zu müde, zu platt, außer vielleicht noch eine Runde mit meinem Hund zu drehen.
Immer häufiger „klagte“ ich darüber, wie sehr ich mich diese Doppelbelastung anstrengte.

Ein Opfer zu sein, kann ganz schön bequem sein.

Was mir überhaupt nicht bewusst wurde, dass ich mit jeder Klage, mit jedem Hadern, meine eigene Verantwortung an der Situation abgab und mich in eine Opferrolle begab.

Ein Opfer sein, damit meine ich natürlich nicht die Opfer von Gewalt oder Verbrechen. Das möchte ich klarstellen.

Sondern, ich meine damit, so wie ich es gemacht habe. Eine Unzufriedenheit über eine Situation zu entwickeln, darin zu verharren, und die Schuld über die Situation ständig im Außen zu suchen.
So hatte ich mir mein Leben nicht vorgestellt:

– getrennt lebend – zurück in eine Anstellung

Ich fühlte mich wie beschnitten, eingeengt und fremdbestimmt.
Ich wollte doch selbstständig sein, selbstbestimmt leben und arbeiten – und nun hielt mich diese ganze vermaledeite Situation davon ab. Ich fühlte mich in meinem Alltag nicht mehr wohl.

Merkst Du was?

Ich war ständig im außen unterwegs. Keine Eigenverantwortung übernehmen.
Es ist so schön leicht, die Verantwortung abzugeben, und anderen, und wenn es die Situation, die Gesellschaft, oder sonst wer ist, die „Schuld“ zu geben.

Heute muss ich fast ein wenig lächeln, wenn ich diese Sätze lese, während ich sie schreibe!

In der Reha wurde ich genau mit dieser Haltung konfrontiert. An irgendeiner Stelle stand die Frage im Raum, wer mich denn gezwungen habe, mir diese Teilzeitstelle zu suchen? Wer mir denn abverlangt habe, den Vertrag nach einem Jahr zu verlängern?

So hatte bisher noch niemand gewagt, mit mir zu sprechen. Als Erstes war ich empört, fühlte mich unverstanden, schließlich hatte ich eine Wohnung zu bezahlen, musste Vorbild für meine Tochter sein, ect….
Aber ich setze mich damit auseinander. Und so nach und nach, wurde mir immer bewusster, dass ich selbst verantwortlich war.

Ich hatte nach meiner Trennung das Bedürfnis nach mehr Ruhe und Sicherheit.
Ich hatte mir genau aus diesem Grund die Tätigkeit gesucht.

Vorteile der Opferrolle

Und ja, ich genoss ja auch die Vorteile, die diese Stelle mit sich brachte. Ein tolles Team, das mir Wertschätzung für meine Arbeit entgegenbrachte, ein regelmäßiges Einkommen, das meine Wohnung finanzierte, regelmäßige, freie Zeiten, Urlaub und am Ende sogar die Möglichkeit dieser Reha.

Ich traute mir nicht zu, es neu zu schaffen.
Ich wollte das Vorbild sein.

Ja, und vielleicht, wollte ich auch ein bisschen bedauert werden.

Das war in den letzten Jahren meine Art der Selbstfürsorge. Allerdings war es keine gute Art, für mich selbst zu sorgen.

Jede Medaille hat zwei Seiten, oder alles hat seinen Preis

Was ich dabei völlig übersehen habe, ist, dass der Preis für diese Sicherheit, und diese Vorteile, die Tage der „Fremdbestimmung“ sind. Das ich mich in dem „Brotjob eben auch einbringen muss,  und dass ich mich mit meiner Alltagsorganisation noch einmal neu aufstellen muss.

Zu erkennen, dass ich ein großes „Glück“ im letzten Jahr hatte, so viel Zeit zur Verfügung zu haben, und dass mir niemand etwas „weggenommen“ hat, sondern dass ich die Entscheidung getroffen habe und im Umkehrschluss für die Vorteile auch etwas zurückgeben darf. Das hat schon einige Anstrengung und Tränen gekostet.
Da spielt das, heute so oft genannte, eigene „Mindset“ schon eine große Rolle.

Eigenverantwortlicher Umgang mit der eigenen Fürsorge in Zeiten der Krise

Denn natürlich erlebe auch ich gerade, dass es Dinge in meinem Leben gibt, die ich nicht in der Hand habe.

Manchmal sind es private Krisen, Trennungen, Verluste und im schlimmsten Fall, wie jetzt gerade, das Weltgeschehen. Es gibt immer wieder Situationen,  die wir nicht geplant haben und auf die wir reagieren. Viele davon sind schlimm, schmerzen uns, oder sind beängstigend.
Wir fühlen uns hilflos und ausgeliefert.

Eigenverantwortung und Selbstfürsorge erscheinen uns manchmal meilenweit entfernt

Und doch, darf ich jeden Tag und in jeder Situation neu entscheiden, wie ich damit umgehe. Ob ich aufgeben, resigniere oder versuche das Beste aus einer Situation zu machen.

Mein Fazit:

Wichtig ist, das Bewusstsein, sich selbst klarzumachen, dass es Situationen gibt, auf die man Einfluss hat, und andere, auf die man keinen Einfluss hat.
Worauf Du immer Einfluss hast, ist der Umgang mit der Situation.
Und dass der eigene Umgang mit einer Situation etwas mit der Verantwortung für sich und der eigenen Selbstfürsorge zu tun hat.

Eine Entscheidung mit allen Konsequenzen zu tragen, heißt Eigenverantwortung übernehmen. Keine Entscheidung zu treffen ist auch eine Entscheidung, die Konsequenzen mit sich bringt, nämlich die, dass ich die Verantwortung abgebe und mich abhängig von der Entscheidung anderer mache.
Deswegen ist das Übernehmen von Eigenverantwortung elementar für die eigene Selbstfürsorge. Und diese ist elementar für Deine seelische und körperliche Gesundheit. Warum? das kannst Du hier nachlesen!

Wie gehst Du mit Deiner Eigenverantwortung Um?

Wenn Du das auch kennst, diese latente Unzufriedenheit, und Du nicht weißt, wie Du daran verändern kannst. Dann schreib mir gerne! Gemeinsam ist es oft leichter!

Aber ich freue mich auch, wenn Du mir einen Kommentar da lässt, wie Du aus einer solchen Situation herausgefunden hast, was Eigenverantwortung für Dich bedeutet oder wie Du damit umgehst.

 

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